Das fahren im Schnee

Das fahren im Schnee

Was gibt es für den ambitionierten Panzermodellfahrer schöneres als das fahren durch frischen Schnee. Leider ist dieser hier im Norden eher selten, und dann ist er meist ziemlich nass und schwer oder bretthart, so das man gleich auf Beton fahren kann. Richtiger Pulverschnee ist hier mindestens so selten wie in der Sahara.

Nun den, über Nacht trocken gefrorener Schnee, so 2 - 5 cm stark mit einer leicht gefrorenen Schicht oben drauf ist auch ganz o.k..

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KöTi im Schnee

So kann man denn den Freuden des Winters auch mit dem Modell frönen.

Im Schnee verhalten sich die Modelle allerdings etwas anders als ihre Vorbilder.

Bei einem 69 to. Königstiger gab es keine zu harte Schneedecke, dafür war allerdings ab einer gewissen Schneehöhe aus einem ganz anderen Grund Schluss mit dem Fahrspaß.

Ab einer Höhe über 1 m bestand die Gefahr das sich der Schnee unter dem Panzer schob und zu einen massiven Block verpresste der den Panzer anhob und dieser die Bodenhaftung verlor, dann saß das Ungetüm fest und war nur mit größtem Aufwand zu bergen.

Solche Probleme gibt es zwar auch bei Modellen, aber die Bergung ist da etwas einfacher.

Aber nun zu den Modellen:

Allgemein:

Mann sollte das Modell möglichst schon eine halbe Stunde vorher rausstellen damit es abkühlen kann und sich der Umgebungstemperatur angleicht. Das ist der beste Garant dafür das möglichst wenig Schnee an den Ketten und dem Laufwerk kleben bleibt und zu Problemen führt. Auch ist das fahren in sehr nassen, klebrigen Schnee eher nicht zu empfehlen. Neue, und somit glatte Ketten sind eher hinderlich da sie sehr schnell durchrutschen, am besten fährt es sich im Schnee mit gebrauchten, und somit aufgerauten Ketten. Ich habe weder beim KöTi, noch beim Sherman nach dem fahren Schnee im Panzer gefunden, der Innenraum war bei beiden immer knochentrocken und sauber.
Alle Modelle hatten beim Schneeeinsatz Plastikketten, ob sich die Metallketten anders verhalten weiß ich bis jetzt noch nicht.
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Es gibt kaum Hindernisse

Bei Kälte ist Plastik spröder und bricht schneller, man sollte also immer daran denken das die Modelle im Winter empfindlicher sind. Allerdings sind die meisten belasteten Teile bei den Tamiyapanzern aus Metall und der Schnee dämpft natürlich auch. Aber trotzdem empfehle ich allen bei Minusgraden ein wenig vorsichtiger als sonst zu sein, besonders wichtig bei großer Kälte und keinem Schnee!

Die Panzer:

Der Königstiger ist im Schnee vollkommen problemlos zu fahren, durch die extrem breiten, sehr griffigen Ketten ist fast kein Unterschied zum fahren auf Rasen festzustellen, nur das es eben besser aussieht. Gerät der Panzer allerdings auf Eis (Rodelpiste) rutschen die Ketten ziemlich haltlos durch und man braucht sehr viel Fingerspitzengefühl um den Panzer zu fahren. Insgesamt wird etwas mehr Kraft beim fahren benötigt, da immer Schnee verdrängt werden muss, das Fahrwerk macht keine Probleme, es setzt sich kaum Schnee zwischen den Laufwerksteilen fest, auch bleibt die Kette vollkommen sauber.
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Spuren im Schnee

Etwas anders sieht das dann beim Sherman aus, die schmalen und sehr glatten Ketten rutschen im Schnee doch erheblich schneller durch als beim KöTi, an Passagen die der KöTi ohne Probleme meisterte waren beim Sherman schon einiges an Fahrtricks nötig um durch zukommen, Passagen die der KöTi mit Problemen schaffte waren mit dem Sherman nicht zumachen.
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Sherman tut sich schwer

Ich muss allerdings einschränken das mein Sherman ziemlich neue und somit auch noch recht glatte Ketten drauf hatte, was man von meinem alten KöTi nun nicht behaupten kann. Das Fahrwerk des Shermans kommt mit dem Schnee klaglos zurecht, doch fällt auf das er erheblich mehr Schnee im Laufwerksbereich aufsammelt und mitschleppt, der Schnee bleibt auch gerne an dem hinteren Spannrad kleben, was bei längerem fahren zu Problemen führen kann.

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Tiger fühlt sich wohl

Der Tiger I verhält sich im großen und ganzen wie der Königstiger, das Fahrwerk ist fast identisch und die Kette nur wenig schmäler. Ich kann mich hier nur auf die Erfahrungen von Georg beziehen der ja so einen alten Tiger I durch die Landschaft scheucht.

Was passiert wenn man sich nicht dran hält

Tja, und wenn man dann doch bei nassen Schnee (ca. 2cm) fährt.

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Schnee im Panzer

Erst ging es richtig gut, aber schon nach wenigen Metern wurde der Panzer immer langsamer und fing an zu bocken. Nachdem dann die Ketten sogar mehrfach blockierten musste der Bergepanzer (Zweibeiner) ran und den Tiger bergen. Nach dem öffnen der Abdeckung war klar was passiert war, der Schnee hatte sich zwischen Ketten und der oberen Verkleidung vollkommen verkeilt und war sogar in den Innenraum vorgedrungen. Die Ketten blockierten, die Motoren wurden heiß, die DMD-Einheit kochte und sogar der Accu wurde warm, was ich bisher selbst bei den härtesten Geländeeinsatz nicht geschafft habe. Die Belastungen bei trockenen Schnee sind kein Problem, nasser und klebriger Schnee zeigt dem Modellbauer aber sehr schnell die Grenzen des machbaren im Maßstab 1:16 auf und sollte gemieden werden. Baubericht Bild
Es klebt überall

Viel Spaß im Schnee wünscht

Kay